Lost Alpha

Das Cover von Lost Alpha

 

Lost Alpha, der 4. Band der Alpha-Reihe, ist am 27.04.2018 erschienen, das E-Book könnt ihr HIER erwerben! Das Taschenbuch findet ihr direkt auf der Epubliseite oder aber zum Beispiel auch HIER. Mit der ISBN ( 9783746719115 ) kann es auch in jedem Buchladen erworben werden!

Inhalt: Der vierte Band setzt mit einer mehrwöchigen Pause an Alpha 100 an. Hauptperson ist wie immer Beth. Viele alte, aber auch neue Personen kreuzen ihren Weg.

Ihr wollt mehr Infos? Dann folgt mir doch auf einem meiner Social-Media-Seiten :-*

 

Hier gibt es den Klappentext:

Jubiläum vorbei, endlich Ruhe! Doch davon kann Beth, UCoPs Superstar, nur träumen. Neue Teams, eine neue Season und auch ihr Privatleben sorgen dafür, dass sie in einen Strudel zwischen Liebe und Hass, zwischen Trauer, Angst, Wut und Freude gerät. Wird sie sich in ihren Gefühlen verlieren oder sich von ihnen befreien?  

 

Das erste Kapitel als Leseprobe findet ihr  unter dem Bild :-*

Klappentext auf dem Taschenbuch

 

Leseprobe? Hier gibts das erste Kapitel, aber ACHTUNG! SPOILERGEFAHR! Wer Alpha One, Alpha Two und Alpha 100 nicht gelesen hat, sollte hier nicht weiterlesen …

 

 

 

Kapitel 1

„Beth? … Beth …“ Etwas rüttelte an ihr. „Süße, aufwachen! Wir sind gleich da.“

Sie stöhnte und öffnete vorsichtig ihre Augen. „Hmm?“

Direkt vor ihr starrte sie ein weiteres Augenpaar an. Stechende blaue Augen. Diese waren so unverwechselbar, dass sie nur einem gehören konnten. Henry, ihrem Freund.

Sie gähnte. „Sind wir schon da?“, fragte sie mit krächzender Stimme und räusperte sich, um den Frosch in ihrem Hals loszuwerden.

„So lange fliegt man nicht von London nach Frankfurt.“ Er schien amüsiert. „Aber du schaffst es jede denkbare halbe Stunde unterwegs zum Schlafen zu nutzen.“

„Gutes Zeitmanagement!“, murmelte sie.

„Ja, zumindest was Schlaf angeht, bist du absolut die Nummer 1!“

„Nicht nur da!“ Sie schmunzelte und setzte sich aufrecht hin.

„Nein? Worin bist du denn noch die Nummer 1?“

Die Frage war rhetorisch, er wusste genau, wo sie noch die „1“ war: Bei UCoP, genauer gesagt bei Alpha, genau wie er. Sie beide waren die Teamleader und Topperformer der United Confederation of Performance und damit absolute Superstars, denn die Shows der jährlich stattfindenden Seasons waren so berühmt, dass Henry und Beth so ziemlich in der ganzen Welt erkannt wurden. Und jetzt, wo sie seit einem knappen halben Jahr auch noch ein Paar waren, hatte das alles an Intensität zugenommen, wie sie gerade erst wieder feststellen mussten. Fast drei Wochen hatten sie auf einer einsamen Insel in der Nähe von Mustique verbracht, mit allem an Komfort, der möglich war. Doch selbst dort wurden sie vom Personal erkannt, die nicht gewusst hatten, wer als Nächstes die wundervolle Inselvilla beziehen würde.

Vor ein paar Tagen waren sie tiefenentspannt zurückgekehrt, so erholt hatte Beth sich noch nie gefühlt. Doch dann kam die schlechte Nachricht, die sie jetzt gemeinsam nach Frankfurt führte. Beth presste fest die Lippen aufeinander.

 

Die Landung verlief ruhig und sie wurden am Flughafen unerkannt über Umwege durch die Gebäude geleitet, VIP – Bonus. Doch Beth war dankbar dafür, sie hatte keine Lust auf Fans, nicht wegen der Fans an sich, sondern wegen ihrer Grundstimmung. Denn der Grund, weswegen sie nach Deutschland gereist waren, war kein angenehmer: Ihre Mutter war schwer erkrankt und aktuell sah es nicht besonders gut aus.

Beth, die ein schlechtes Verhältnis zu ihren Eltern hatte, war davon total schockiert und überrascht gewesen, denn anscheinend ging es ihrer Mutter schon länger schlecht und hatten nichts gesagt, was Beth noch mehr schockiert hatte.

Hals über Kopf hatte sie versucht einen Flug nach Hamburg zu bekommen, dem nächstliegenden Flughafen, aber das war unmöglich gewesen. Also hatte sie in den sauren Apfel gebissen, Tickets nach Frankfurt gebucht und dazu Mietwagen ab dort.

 

Die Flughafenbegleiter, die sehr aufgeregt schienen, brachten sie zur Mietwagenstation. Henry hatte keine Ahnung, was sie genau gemietet hatte, und schien deswegen besorgt. Sie vermutete, dass er sich in seinem schlimmsten Albtraum schon in einem langsamen Kleinwagen sitzen sah. Er hatte angedeutet, dass er in so einem Fall nicht gedachte, das Lenkrad auch nur anzufassen.

Jetzt schritt er neben ihr mit seiner Sonnenbrille und strahlte pure Skepsis aus, wie nur er das konnte.

Sie erreichten unbehelligt die Station und Beth schritt zusammen mit Carl, ihrem Bodyguard, zum Schalter. Boris, einer von Henrys Assistenten begleitete sie zusätzlich, während Henry mit dem Rest an Personal, alles nur Sicherheitsleute wie Carl, im Hintergrund wartete.

„Hi“, sagte sie nett. „Meine Assistentin hat zwei Wagen für mich reservieren lassen.“

Die Frau hinter dem Schalter schaute erstaunt auf und alle Gesichtszüge entglitten ihr. „Oh, hallo!“, erklärte sie stockend. Sie hatte Beth demnach erkannt. „Äh, selbstverständlich. Ich schaue mal.“ Sie zitterte.

„Sie hat sie allerdings aus verständlichen Gründen nicht auf meinen Namen reservieren lassen.“ Beth nannte ihr den Codenamen und noch die geforderte Kundennummer. Keine zehn Minuten später gab sie Beth zwei Autoschlüssel. Einen davon reichte sie direkt weiter, den anderen behielt sie für sich.

Die Mitarbeiterin rief einen Kollegen, der sie durch die Garage zu den Autos bringen sollte – offensichtlich ein weiterer VIP-Service. Dann nahm sie allen Mut zusammen und fragte, ob sie von ihnen ein Autogramm bekommen dürfte. Beth rief Henry herbei und sie bekam ihr Autogramm, wofür sie sich sehr nett auf Englisch bedankte – immer noch ganz zittrig.

Der Kollege war relaxter. Er brachte alle über eine Hintertür zu den Autos. Beth lief neben ihm und schaute zu Henry, der hinter ihnen neben Boris schlich. Er hatte seine Sonnenbrille abgenommen und musterte jetzt merklich angespannt die Umgebung.

Das erste Auto war ein praktischer Van. Henry bekam sofort eine Krise, bis er schnallte, dass das nicht das Auto sein würde, mit dem sie weiterfuhren, sondern dass ihrer Mitarbeiter. Sie ließen alle bis auf Boris dort zurück und folgten weiter dem Typen von der Autovermietung.

„Nun bin ich echt gespannt“, murmelte Henry hinter Beth.

Sie antwortete nichts, aber schmunzelte leicht.

Henry blieb skeptisch, bis sie ihr Ziel erreicht hatten. Sie standen vor einem schicken, neuen und vor allem riesigen Audi Q7.

Der Mitarbeiter erklärte ihr ein paar Details und erwähnte, dass es die erste Vermietung des Wagens war. Er war halb verdunkelt und hatte viele Extras. Beth hörte fasziniert zu, bis ihr Henry wieder einfiel und sie sich zu ihm umdrehte.

Sie sah sofort das Glitzern in seinen Augen, er wirkte höchst zufrieden und erleichtert. Beth wandte sich zurück. Der Mitarbeiter erklärte ihr nun im Inneren die Details und sie setzte sich auf den Fahrersitz, während er sich auf den Beifahrersitz fallen ließ. Henry schaute an ihrer Seite rein, auch wenn er nichts verstand, da sie Deutsch sprachen. Doch sein Nicken verriet, dass er viele Dinge aus seinem eigenen Audi bereits kannte.

Schließlich verabschiedete sich der Mitarbeiter. Beth packte ihre Umhängetasche in den großen Kofferraum und ihre Handtasche fand bequem auf dem Rücksitz Platz.

Die anderen kamen in der Zwischenzeit bei ihnen mit ihrem Van an und sie packte den Rest ihrer Sachen dazu. Boris stieg dort hinzu, denn Beth hatte schon vorab geklärt, dass sie und Henry alleine fahren würden. Das hatte zu riesigen Diskussionen in Fragen der Sicherheit geführt, doch Beth hatte nicht nachgegeben, auch wenn ihre Leute sich besorgt zeigten. Der Deal lautete, dass Beth und Henry sich jede halbe Stunde meldeten zur „Positionsbestimmung“, wie Boris es nannte. Henry erfuhr davon erst jetzt und blieb ungewöhnlich still. An sich schien ihr das nicht ungewöhnlich, denn Henry war der verschwiegenste Kerl, den sie kannte. Aber dass er so gar nichts zu allem sagte, gerade zur Sicherheitsfrage, wo er eigentlich ganz der autoritäre Chef sein konnte, war neu. Er verstaute seine Sachen jetzt ebenfalls, dann ging es los. Beth setzte sich ans Steuer, stellte den Sitz, die Spiegel und den ganzen Krempel so ein, wie es ihr gefiel, und war begeistert. Sie fühlte sich gleich wohl, denn sie mochte große und schnelle Autos und eigentlich fuhr sie auch gerne. In Großbritannien, wo das riesige UCoP-Gelände samt eigenem Stadion lag, hatte sie nur dafür nie Zeit gehabt und außerdem hatte sie ein wenig Angst vor dem Linksverkehr. Sie besaß auch kein Auto, mit dem sie hätte fahren können, und sie glaubte nicht, dass Henry sie eines von seinen fahren lassen würde.

Henry saß nun neben ihr und schien sie zu beobachten. Er sagte immer noch nichts, aber sie merkte, wie er sich erneut anspannte. Beth grinste innerlich, sie wusste genau, dass er nervös war, weil er nicht wusste, was ihn erwartete, wenn sie fuhr.

Schnell programmierte sie das eingängige Navi auf die Adresse ihres Zieles, dann ging es los und sie fuhr schwungvoll aus der Parklücke in Richtung Ausfahrt. Die anderen folgten ihnen im Van mit etwas Abstand.

Relativ schnell gelangten sie raus und zur Autobahn. Diese war beinahe leer, kein Wunder, denn es war noch früher Morgen und außerdem stockdunkel.

Da bald keine Geschwindigkeitsbegrenzung mehr bestand, drückte sie drauf und testete das Auto. Im Rückspiegel verschwand der Van chancenlos und Beth kicherte los.

„Du bist echt unglaublich!“, brummte Henry neben ihr.

„Wieso?“, juchzte sie.

„Weil ich gerade Seiten an dir entdecke, die ich noch nie gesehen habe und mit denen ich auch nicht gerechnet hätte!“ Er schüttelte den Kopf.

„Tja, ich habe mir schon gedacht, dass du nicht damit rechnest, dass ich gerne Auto fahre und zudem auch noch am liebsten große und schnelle Autos.“

„Tzz, also ich wusste ja, dass du auf meinen R8 stehst, aber dass das soweit geht …“

„Nun mal im Ernst …“ Sie schaute einen winzigen Augenblick zur Seite. Er saß inzwischen entspannt in seinem Sitz und guckte nach vorne raus. „Was hast du erwartet beziehungsweise befürchtet? Das hier auf jeden Fall nicht, das war nicht zu übersehen.“

„Ich habe da an ein kleines langsames Auto gedacht, das möglichst wenig verbraucht. Und dann habe ich an eine langsame und vorsichtig fahrende Beth gedacht, die mir den letzten Nerv rauben wird, weil sie eben so langsam und vorsichtig fährt.“

Sie lachte laut auf. „Genau das habe ich vermutet!“

„Und nun sitzen wir hier erstaunlicherweise ohne Begleitung in diesem Schlachtschiff und du knallst über die Autobahn. Ich frage mich, ob ich mir Sorgen machen sollte, dass wir zu schnell fahren!?“

„Hier gibt es gerade keine Geschwindigkeitsbegrenzung.“

„Oh okay, deutsche Autobahn, ich verstehe.“ Er zögerte. „Verdammt nun bin ich sogar neidisch!“ Er ließ sich theatralisch zur Seite fallen.

„Wenn du ganz lieb bist, darfst du vielleicht später auch mal fahren“, kicherte Beth.

Er seufzte. Dann kreiste sein Blick wieder im Auto umher. „Und warum nun dieses Auto? Ich meine, Audi finde ich ja gut, aber warum ein SUV?“

„Das war ehrlich gesagt das größte und schnellste Auto, was sie so spontan organisieren konnten. Ein SUV hat mehr Platz, das fand ich praktischer.“

Er räusperte sich. „Klingt logisch, aus deinem Mund allerdings unerwartet. Auf jeden Fall keine schlechte Wahl, aber ehrlich, damit habe ich wirklich nicht gerechnet.“

 

Sie schwiegen eine Weile. Henry musste wohl den Schock verarbeiten, dann wollte er plötzlich ein paar Sachen über das Auto wissen und schaute in die Papiere. Er betrachtete neugierig den Bordcomputer und kam gleich einwandfrei trotz deutschem Menü zurecht.

„Gefällt dir der Wagen?“ Beth schmunzelte, als sie sah, wie er durch die Menüs scrollte. Sie wusste, dass er Autos mochte, aber dass er sich selbst für poplige Menüs in deutscher Sprache interessierte, verwunderte sie doch.

„Ja“, murmelte er und schnappte sich sein Telefon.

„Was machst du?“

„Mich interessiert, wie teuer der ist.“ Sie sah aus den Augenwinkeln, wie er eifrig auf dem Handy tippte. „Hmm“, machte er nach einer Ewigkeit, während Beth weiter über die Autobahn donnerte.

„Und?“

Er grinste. „Er ist nicht so teuer wie mein R8, fast ein Schnäppchen, selbst mit allen Extras.“

„Willst du dir einen kaufen?“, fragte sie erstaunt.

„Vielleicht will ich dir einen schenken.“ Er schmunzelte.

Beth brummte. „Ich kann mir den selber kaufen.“ Ein Vorteil ihres Jobs war, dass sie nicht nur Superstars waren, sondern auch dementsprechend verdienten. Beth hatte es nicht fassen können, wie viel man als Alpha bekam, als sie die Summe vor circa zwei Jahren das erste Mal sah. Und Henry verdiente noch viel mehr, weil er nebenbei manchmal Filme drehte und sonst was machte. Gegen ihn fühlte sie sich wie ein armer Schlucker.

„Das stimmt. Falls du mal SUV fahren willst, habe ich ja noch den Range Rover in London.“

„Du lässt mich deinen Wagen fahren?“ Sie horchte auf.

Er seufzte. „Vielleicht …, wenn ich daneben sitze …“

„Ich würde gern mal den R8 fahren!“

Er seufzte. „Ja, das habe ich mir irgendwie gedacht.“ Er verdrehte die Augen.

„Ist das ein „Ja“?“, fragte sie so lieb wie irgendmöglich.

„Sagen wir, es ist ein „Vielleicht“.“

Beth reichte das. Innerlich amüsierte sie sich, was sie gewaltig von den Umständen ihrer Reise ablenkte. Irgendwann machte sie das Radio an, damit das anhielt. Ein schon etwas älterer deutscher Song lief und sie konnte nicht anders als mitzusingen. Henry hörte ihr belustigt zu. So ging es weiter, wenn irgendein Lied kam, was er mochte, sang er ebenfalls mit.

„Also ich muss ja schon sagen, deutsche Autobahnen sind cool! Wie schnell fährst du?“, unterbrach Henry nach einer Weile und versuchte auf den Tacho zu schauen.

„Über 200!“

„Nett.“ Er grinste.

Das nächste Lied im Radio folgte und sie musste wieder mitsingen. Darauf folgte „Marry You“ von Bruno Mars und da sie die Melodie super fand, sang sie auch hier unbekümmert mit, während Henry entspannt auf sein Smartphone schaute.

„Sag mal …“, begann er plötzlich, als der Song endete und die Verkehrsnews folgten. „… Um die Thematik des Songs aufzunehmen: Willst du eigentlich irgendwann mal heiraten?“

Ihr Fuß ging sofort vom Gaspedal. Ihr Blick wanderte blitzschnell zu Henry. „Du willst mich mal wieder ärgern, oder? Rache für die Sache mit dem Auto?“, fragte Beth ihn unumwunden und schluckte.

„Hmm …“ Er schien zu überlegen. „… vielleicht ein bisschen, aber eigentlich interessiert mich das wirklich.“

„Okay, bevor ich das beantworte, nur so zur Klärung: Egal was ich sage, hat das irgendeinen Einfluss auf unsere Beziehung? Also begebe ich mich in Gefahr mit der Beantwortung dieser Frage?“

„Deine Skepsis macht mir Angst!“ Er grinste. „Na sag schon, so schnell wirst du mich nicht los.“

Das genügte ihr. „Also ganz im Ernst, wenn der richtige Mann auftaucht, würde ich, glaube ich, schon gerne heiraten.“

„Ah ja, der richtige Mann.“ Sie sah aus den Augenwinkeln, wie er seine Augenbraue anhob.

„Jepp.“ Beth grinste.

„Und wer soll das sein?“, fragte er weiter und tat so, als würde er angestrengt grübeln.

„Mal sehen wer sich so anbietet. Und du? Pläne?“ Sie unterdrückte das Lachen, das in ihr hochkam.

„Na ja für mich ist Heiraten kein Muss, aber wenn die Richtige vor mir stehen würde, wer weiß, was mir dann so für Ideen kommen“, murmelte er.

„Dann gucken wir mal in ein paar Jahren, wen wir noch getroffen haben.“ Beth räusperte sich und konzentrierte sich wieder auf die Straße.

Er grunzte zustimmend. „Und wie sieht´s mit Kindern aus?“

„Sag mal, machst du gerade einen auf Claire und verhörst mich? Das hat übrigens selbst sie mich noch nicht gefragt!“ Claire war in ihrem 12-köpfigen Alphateam diejenige, die besonders für ihre Verhörmethoden bekannt war. Wollte sie etwas wissen, bekam sie es auch heraus. Sie hatte von allen auch als Erste erkannt, dass Henry und Beth aufeinander standen – noch vor ihnen selbst.

„Ich bin nur neugierig!“, konterte er.

„Das merke ich! Also, wenn ich schon heirate, dann mit noch kommenden oder schon anwesenden Kindern. Wobei ich glaube ich konservativ bin. Erst heiraten, dann Kinder.“ Sie hustete.

„Klingt plausibel.“

„Muss ich die Gegenfrage stellen oder antwortest du freiwillig?“

Er grinste erneut. „Also, wenn die Richtige käme, dann könnte ich mir auch Kinder vorstellen.“

„Du als Vater wärest bestimmt faszinierend“, kicherte Beth los, weil sie Kopfkino bekam.

„Wieso?“

„So ein Dickkopf und so herrisch, die armen Kinder.“ Henry war dafür bekannt in seinem Amt als Teamleader absolut streng zu sein. Die meisten zitterten genauso vor ihm, wie vor Tom, ihrem Chef und UCoPs CEO.

„Hmpf!“, gab er so halb beleidigt von sich.

„Du weißt schon, dass ich das nicht ernst meine, oder?“, fragte sie ihn sofort.

Er verschränkte die Arme wie ein trotziges Kind vor sich.

„Ach Henry, tut mir leid! In meinem Kopf hatte ich gerade ein Bild von Henry mit Mini-Henry Kopf an Kopf vor mir, sich gegenseitig anschnaufend!“ Sofort kicherte sie wieder los.

Er schmunzelte. „Gerade noch so gerettet! Könnte aber auch eine Mini-Beth sein, die sind bekanntermaßen echt störrisch und zickig.“

Sofort durchfuhr sie ein Schauer und sie räusperte sich. „War es das jetzt mit den Fragen?“

„Hmm, eine hätte ich noch.“ Jetzt grinste er.

„Na dann frag, damit ich wieder schneller fahren kann, du machst mich ganz wuschig!“ Sogar ihre Hände zitterten leicht.

„Also ich hätte da ein Weihnachtsgeschenk für dich.“

„Es ist noch nicht Weihnachten.“

„Ja, aber das kann ich nicht einfach so unter die Tanne legen und ehrlich gesagt, kann ich das auch nicht einfach so verschenken, darum würde ich dich gerne fragen!“

„Okay …“ Sie runzelte die Stirn und fragte sich, ob sie Angst bekommen musste.

„Ich habe überlegt meine Londoner Wohnung zu verkaufen“, murmelte er.

Sie schwieg, weil sie keine Ahnung hatte, worauf er damit hinauswollte.

„Und dann habe ich überlegt, dass ich mir gerne was Neues in London suchen würde, aber lieber irgendwas, was dir gefällt.“ Er redete noch leiser und Beth wurde das Gefühl nicht los, dass sie daran irgendetwas nicht kapierte.

Doch er sagte nichts mehr. Über Gefühle zu reden, war absolut nicht seine Stärke.

„Also du wirst noch weiterreden müssen, bis jetzt verstehe ich es nicht“, wisperte sie.

„Ich würde dir gerne ein Haus, eine Wohnung oder von mir aus auch einen Verschlag schenken – was immer dir gefällt, wenn ich denn mit darin wohnen darf.“

 

ENDE